Seid bereit! Lukas 12:42-48
Dienstag, 22. November 2011 von Edwin Boschmann
Seid bereit!
Lukas 12:42-48
Totensonntag? Was sagt man an solch einem Tag? Früher war der Totensonntag der Ewigkeitssonntag, an dem im Kalenderjahr nicht der Toten gedacht wurde. Vielmehr hat man sich über Themen des Ewigen Lebens Gedanken gemacht. Erst durch die Befreiungskriege und durch die Weltkriege, erst durch die Einmischung staatlicher Gewalt, ist dieser Tag zu einem Gedenktag der Toten geworden. Insbesondere natürlich der Toten die in den Kriegen gefallen sind.
Dieser Sonntag ist der letzte Sonntag im Kirchenjahr. Dann fängt die Adventszeit an. So hat man diese abschließende Zeit des Kirchenjahres historisch dazu genutzt, um sich in den letzten Sonntagen mit Themen wie „letzten Dinge“, „jüngstes Gericht“ und „ewiges Leben“ auseinanderzusetzen. Heute ist das Thema „ewiges Leben“ dran und ich will das aufgreifen, wie es auch ursprünglich gedacht war. Der Predigttext aus der Losung wurde dafür ausgewählt. In Lukas 12:42-48 steht:
„Der Herr aber sprach: Wer ist denn der treue und kluge Verwalter, den der Herr über seine Leute setzt, damit er ihnen zur rechten Zeit gibt, was ihnen zusteht? 43 Selig ist der Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, das tun sieht. 44 Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen. 45 Wenn aber jener Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr kommt noch lange nicht, und fängt an, die Knechte und Mägde zu schlagen, auch zu essen und zu trinken und sich voll zu saufen, 46 dann wird der Herr dieses Knechtes kommen an einem Tage, an dem er's nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt, und wird ihn in Stücke hauen lassen und wird ihm sein Teil geben bei den Ungläubigen. 47 Der Knecht aber, der den Willen seines Herrn kennt, hat aber nichts vorbereitet noch nach seinem Willen getan, der wird viel Schläge erleiden müssen. 48 Wer ihn aber nicht kennt und getan hat, was Schläge verdient, wird wenig Schläge erleiden. Denn wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern.“
Im ganzen Text, in den Gleichnissen vorher und im Text danach, geht es darum vernünftig vorbereitet zu sein. Für die Zeit, wenn wir vor Gott treten. Für die Ewigkeit. Wir sollen uns nicht darum kümmern, was wir essen oder trinken sollen. Kleidung und richtige Schuhwahl sollen uns nicht zentral beschäftigen. Unser Geld soll dort angelegt sein, wo es für die Ewigkeit Früchte trägt. Und dann kommt dieses Gleichnis.
In diesem Gleichnis wird angenommen, dass ein Gutsbesitzer einen Verwalter einsetzt. Damals waren es oft Sklaven, die diese Aufgaben verrichteten, allerdings in Form von Arbeitsteilung. Der Gutsbesitzer verreist und wird zurückkommen. Das steht fest. Wann, das weiß keiner so genau. Und dann werden 4 Szenarien durchgespielt, wie sich so ein Verwalter verhalten kann.
- ein kluger, guter und treuer Verwalter (er gibt den Angestellten zur richtigen Zeit ihre Nahrung). Er führt seine Aufgaben gewissenhaft aus. Er kümmert sich um den Betrieb und um die Leute, die ihm anvertraut sind. Es ist ihm nicht egal, was mit dem Betrieb wird. Durch seine Treue bekommt er mehr vertrauen und höhere Aufgaben. Er bekommt sogar die Verantwortung über alle Güter des Gutsbesitzers.
- ein schlechter Verwalter. Er ist in Fress- und Saufgelagen zu finden. Er schlägt die Angestellten. Er tut geradezu so, als ob der Betrieb ihm gehört. Und auch dann wäre sein Verhalten schlimm und rüpelhaft. Er nutzt die vorhandene Zeit um andere zu unterdrücken und selber im Exzess zu leben. Dass er nur Verwalter ist, und dass der Chef auch mal wiederkommen wird, dass unterdrückt dieser Mann geflissentlich. Aber es kommt, wie es kommen muss. Der Herr kommt und der Verwalter wird bestraft (in Stücke gehauen).
- der Knecht, der den Willen seines Herrn kennt. Dieser Typ wird unterteilt. Der eine ist eingeweiht und weiß, was er tun soll. Aber er kümmert sich nicht darum. Ihm ist es egal, was sein Herr denkt. Er ist nicht willig sein Wissen positiv für andere umzusetzen. Das kommt beim Gutsbesitzer nicht gut an. Im Text steht, er wird viel Schläge bekommen. Die Strafe wird hart.
- als letztes ist noch der Knecht übrig, der seinen eigentlichen Herrn überhaupt nicht kennt. Er könnte klug und weise sein, und sich gut benehmen. Aber das ist hier nicht der Fall. Vielmehr verhält er sich schlecht. Aber man kann es ihm nicht wirklich verübeln. Seine Voraussetzungen sind ja schlechter. Er wusste ja eigentlich gar nicht bescheid. So wird dieser Mann auch bestraft, aber nicht etwa so hart, wie die anderen.
Diese Geschichte ist ein Gleichnis. Es ist ein innerliches Bild, das Jesus zeichnete. Da gibt es kein richtig oder falsch. Es ist nicht eine Analyse mit Fakten und Tatsachen. Nein, es geht um Menschen die unterschiedlich handeln. Wenn wir diese Geschichte lesen, dann kommen wir mit unserem Vorverständnis an diese Geschichte heran. Der eine sieht einen Teil, dem anderen fällt was anderes auf. Der Dritte wird von einer anderen Seite dieser Geschichte bewegt. Und doch stellt solch eine Geschichte Fragen.
Wer und wie bin ich? Wie verhalte ich mich, ich? Als Christen ist uns bewusst,
dass unser Herr Jesus Christus zu einer Zeit kommen wird, die uns überraschen
wird. Aber er wird kommen. Wir sind entweder immer vorbereitet, oder gar nicht
vorbereitet. Das Verhalten in unserem Leben spiegelt das wieder. Worum geht es
in deinem Leben? Wofür lebst du? Geht es dir nur um dein Wohlergehen? Oder geht
es dir um das Wohlergehen derer, mit denen du zusammen bist?
Wohin führt deine Lebensreise? Was tust du, mit dem was dir Gott anvertraut hat? Dein Leben, deine Gaben, deine Zeit, deine Finanzen…
Sei bereit! Lebe jetzt so, dass du in Frieden und Ruhe sofort Verantwortung für dein Tun ablegen kannst. Bereit sein für die Ewigkeit. Im Leben vorbereitet auf das was danach kommt. Derjenige ist klug.
Der Text drängt uns: Bist du bereit? Es geht nicht darum, einmal in grauer Vorzeit ein Ja zu Jesus gesagt zu haben. Nein – es geht um das hier und jetzt. Es geht um heute. Wer bin ich jetzt?
Keiner von uns hier weiß, ob er morgen leben wird. Wir haben unser Leben nicht in der Hand. Und doch ist es uns anvertraut. Für die Zeit, in der wir dieses Leben haben. Nicht zur Ausnutzung für persönliche Faulheit, für Exzess oder für andere selbstsüchtige Zwecke. Vielmehr ist uns unser Leben zur weisen Nutzung geschenkt worden.
Wer bist du? Das bestimmst du jetzt. Indem du hinausgehst und deinen Alltag so verbringst, wie du es tust. Letzten Sonntag hörten wir von jungen Leuten, deren Leben teilweise ganz schön zerstört war. Gott hatte Gnade mit ihnen. Sie haben Hoffnung bekommen. Diese Hoffnung wollen sie weitergeben. Sie ändern ihr Leben. Jetzt.
Geht mit diesem Bild nach Hause. Überlegt wer ihr seid. Überlegt was ihr tun könnt um diejenigen zu sein, die ihr sein möchtet. Jetzt ist die Zeit dafür.

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